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Ländlichen Raum stärken durch Kultur

Zufriedenheit durch kulturellen Reichtum im ländlichen Raum Thüringens: Stiftung Ravensburger Verlag zeichnet die Initiative kulturino mit dem Leuchtturmpreis 2021 aus

Veröffentlicht am 20.09.2021

Alexander Ombeck erhält für seine Initiative „kulturino“ den mit 12.000 Euro dotierten Leuchtturmpreis 2021 der Stiftung Ravensburger Verlag. Mitten im Thüringer Wald hat der 51-Jährige auf dem Gelände eines einhundert Jahre alten Bauernhauses einen Ort ins Leben gerufen, in dem Kinder, Jugendliche und junge Familien kulturelle Projekte, Begegnungen und bildungspolitische Arbeit erleben. Die Auszeichnung wird am 22. November 2021 in Berlin verliehen.
Unterweißbach-Quelitz/Ravensburg (20. September 2021). „kulturino schafft einen Ort, der im Kleinen idealtypisch zeigt, wie Kinder und Jugendliche gestärkt werden können und an dem Demokratiebildung Realität wird“, würdigt Johannes Hauenstein, Vorstand der Stiftung Ravensburger Verlag, die Initiative von Alexander Ombeck, und ergänzt: „Was seine kulturellen Aktivitäten in allen ihren Ausprägungen verbindet ist die tiefe Zuversicht, damit zu einer positiven Aufbruchstimmung beizutragen, die eindrucksvoll als Gegenmittel zu Abwanderung und Unzufriedenheit wirkt.“ Der Wahl-Jenaer Ombeck setzt sich mit seinem Team seit 2011 dafür ein, der Abwanderung und Überalterung in seiner Wunsch-Heimat Thüringen etwas Wirkungsvolles entgegenzustellen.
Mit seiner „Europäischen Projektwerkstatt Kultur im ländlichen Raum e. V.“, kurz kulturino, holt er Kunst- und Kulturschaffende ins Schwarzatal 60 Kilometer südlich von Erfurt. Hier im Naturschutzgebiet umgeben von Streuobst- und Kräuterwiesen schlägt das Herz des Vereins auf einem 5000 Quadratmeter großen Gelände mit denkmalgerecht sanierter Holzscheune, historischem Bauernhaus, Hängemattenherberge, rekonstruiertem Rhön-Schäferwagen und einem „Tiny House“ als Übernachtungsstätte hoch in den Bäumen.

Englisch-Camp und Trickfilmwerkstatt: Kultur inmitten von Kräuterwiesen

Ob Englisch-Camp, bei dem Studierende der Universität Oxford die Kinder eine Woche lang fit in Englisch machen, Trickfilmprojekt, Radiostations-Experiment, Kultur- und Kunstworkshop oder abendliches Scheunenkino: Die Liste der kulturellen Projekte ist lang. Daneben möchte der Verein, dessen Mitglieder aus verschiedenen Ländern Europas stammen, auf seinem Gelände aber auch die Vernetzung von Kulturschaffenden unterstützen: regional wie international.

Lebenswerter ländlicher Raum – dank „Bruttolokalglück“

Eine Gemeinschaft von Menschen, die sich füreinander interessieren und voneinander lernen: Für Alexander Ombeck liegt hier die Wurzel dafür, dass die Bewohnerinnen und Bewohner dem Schwarzatal treu bleiben. „Wir haben festgestellt, dass in Thüringen vor allem die Orte von Abwanderung verschont bleiben, an denen die Zufriedenheit groß ist.“ Diesen von ihm als „Bruttolokalglück“ bezeichneten kulturellen Reichtum stellt Ombeck der Abwanderung und Überalterung der Gesellschaft entgegen. Mit Erfolg: „Wir nutzen Kunst als niederschwelliges Angebot, um in Kontakt zu kommen und fördern auch den Austausch der Menschen untereinander. So sehen sie: Es gibt Gleichgesinnte mit Esprit, Elan und Zuversicht, die in ihrem Land Möglichkeiten finden, die ihresgleichen suchen.“ Die Stiftung Ravensburger Verlag vergibt den Leuchtturmpreis jährlich für vorbildliches Engagement im Sektor familiäre, institutionelle oder ehrenamtliche Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen. Im Fokus stehen dabei Kinder und Familien sowie familiäres Leben im weitesten Sinne in der gegenwärtigen Gesellschaft in Deutschland. Alexander Ombeck bekommt die Auszeichnung für „kulturino“ am Montag, den 22. November 2021 im Rahmen einer Veranstaltung vor geladenen Gästen in Berlin überreicht.

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